NAF – Wie weiter?
Ist der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) überflüssig, nachdem sich die Stimmbevölkerung kürzlich gegen den punktuellen Autobahnausbau entschieden hat? Kurzantwort: Nein. Interessant sind auch die Analysen der vergangenen Wochen: „Keine Autoprojekte mehr“, „die Schweiz ist bald auch wachstumskritisch beim Bahnausbau“, „der Benzinpreis muss runter aufgrund weniger nötiger Mittel für den NAF“, „Gesamtschauen sind als Nächstes nötig“, usw. Unser Fazit: Zu kurz gedacht.
Es gibt bereits eine Perspektive nach dem historischen Sonntag (dieser wird sich vermutlich als weiteres Puzzleteil in der Mobilitätswende einordnen):
- ÖV noch auf das Niveau heben, wie wir das in den vergangenen Jahrzehnten beim Auto gemacht haben (siehe Statistik des Monats Januar). Der dafür nötige Bahninfrastrukturfonds BIF zur Finanzierung sinnvoller Projekte ist installiert und bereit.
- Die NAF-Gelder nun nicht mehr in den klassischen Autobahnausbau stecken. Es soll damit – neben dem Infrastrukturerhalt – der Individualverkehr im Sinn der Mobilitätswende und passend zu Klimazielen weiterentwickelt werden. Beispiele: Förderung Car- und Zweiradsharing, digitale Autobahnen bereitstellen (siehe staatliche Mobilitätsdateninfrastruktur MODI), bestehende Mobilitätsdienstleistungen physisch und digital vernetzen, Ausbau Veloinfrastruktur (ja, das ist auch Individualverkehr), automatisierter Verkehr sowie On-Demand implementieren, usw. Umbau hin zu sinnvoller individueller Mobilität wird weiterhin Milliarden kosten, was der NAF leisten kann.
- Den tieferliegenden Wunsch nach Verhaltensänderung der Bevölkerung nun auf den Boden bringen. Die Klimaänderung ist leider schneller, als wir uns jedoch in der Praxis tatsächlich ändern wollen. Daher: Neben guten Mobilitätsprodukten und -dienstleistungen dürfte es ergänzend – eher früher als später – den regulatorischen Kick brauchen. Somit: Gute Ideen nun skalieren und rasch Leitplanken setzen.
Wir sind überzeugt: Wenn nur noch jene die Autobahn nutzen, welche diese zwingend brauchen, gibts schon morgen keinen Stau mehr. Die Ansätze dazu sind übrigens in strategischen Dokumenten schon seit Jahren beschrieben und oft sogar behördenverbindlich. Darum brauchts wohl primär keine neuen Planungsrunden.
#Umsetzen. Wir helfen mit.