öV-Auslastungsprognose

25. September 2020Technik

Fahrgäste des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) können sich neu bereits vor Fahrtantritt bei Bus, U-Bahn und S-Bahn über das geschätzte Fahrgastaufkommen in den Verkehrsmitteln entlang ihrer Route auf einer Plattform informieren. Die prognostizierte Fahrzeugbelegung wird als Piktogramm in der Verbindungsauskunft auf der mobilen Website (m.rmv.de) angezeigt. Ist das zu erwartende Fahrgastaufkommen auf der gewünschten Verbindung hoch, werden gar alternative Routen mit geringerem Aufkommen vorgeschlagen. Die nicht personenbezogenen Daten stammen laut RMV aus täglich über zwei Millionen Verbindungsabfragen, dem Handy-Ticketverkauf sowie vom automatischen Fahrgastzählsystem, mit dem derzeit in Frankfurt 56 U- und Straßenbahnen sowie 59 Busse ausgestattet sind. Laut RMV berücksichtigt der selbstlernende Algorithmus auch externe Umstände, wie Baustellen und Termine von Großveranstaltungen. Mittelfristig will der Verkehrsverbund weitere Datenquellen, etwa zu Störungen und Ausfällen, in die Prognose integrieren. Cool, damit wird das bestehende öV-System noch effizienter.

Mobilitätsmanagement

18. September 2020Technik

Wohl nur ein Künstler würde Mobilitätsmanagement so verstehen, wie es das Bild zeigt. Damit ändert sich natürlich gar nichts. Es werden weder Parkplätze frei, noch Fahrten reduziert oder Alternativen gefördert. Mobilitätsmanagement sind verkehrsmittelübergreifende Strategien, Handlungskonzepte und vor allem konkrete Massnahmen, die auf einen effizienten, sozial- und umweltverträglichen Verkehr abzielen und auf Information, Kommunikation, Organisation und Koordination basieren. Trafiko ist auch Teil des Netzwerkes Mobilservice, welches Verbesserung der Mobilität über Mobilitätsmanagement im Auftrag von Firmen angeht. Wann steigst du in die Thematik ein? Wir helfen gerne mit.

PS: Der Hebel für Veränderungen ist gross. Wie die ETH / Uni Basel mit MOBIS laufend dokumentiert, zeigen die letzten Monate mit Covid19, was für Spielraum möglich ist. Leider ist dieser weitgehend wieder aufgebraucht: Das Auto ist wieder auf Vorkrisenniveau und steigt noch immer. Während das Velo in der Veränderung obenaus schwingt, ist der öV noch immer 30% unter dem Wert vor Covid19, wobei hier die Massnahme Home-Office sicherlich wirkt, welche Verkehr stark vermeidet und damit gewünscht ist.

Coole Kampagne

11. September 2020Kommunikation

Mit der Kampagne „Deine Flotte 2020“ kann die Berliner Mobilitätsvielfalt getestet werden. Nutzer können das Privatauto einen Monat stehen lassen und stattdessen die mobile Vielfalt mithilfe von Mobilitäts-Gutscheinen im Wert von 500 € geniessen. Toll, wie sich ein Akteur im Sinn einer offenen Plattform mit anderen Dienstleistern vernetzt. So kann das erklärte Ziel rascher erreicht werden, Begeisterung im eigenen Umfeld für innovative Mobilitätskonzepte nachhaltig zu wecken.

H2-Lkw unterwegs

4. September 2020Kommunikation/Technik

Keine Zukunft mehr: Die Brennstoffzellen-Lkws «Xcient» kommen schrittweise in der Schweiz an. Bis 2025 werden die Kunden von Hyundai Hydrogen Mobility insgesamt 1‘600 Brennstoffzellen in Betrieb nehmen. Ein grosser Teil davon wird über die Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz eingesetzt, welche damit CO2-frei unterwegs sein werden (der Kraftstoff Wasserstoff wird laut Förderverein ohne Atomstrom erzeugt). Die Ablieferung und Wartung macht die Auto AG Truck in Rothenburg. Der 2018 gegründete Förderverein setzt sich aus namhaften Tankstellenbetreibern, Transport- und Logistikunternehmen zusammen, die sich für den Aufbau der Wasserstoffmobilität in der Schweiz und insbesondere für den raschen Ausbau der Tankstelleninfrastruktur engagieren. Schöner Nebeneffekte: Die LSVA fällt beim H2-Lkw weg. Die Transportbranche ist aber nicht nur bezüglich Antriebstechnik in Bewegung: Neue Lang-Lkw können noch mehr Güter pro Fahrzeug transportieren. Sie sind damit genau so lang, wie die Doppelgelenktrolleybusse (RBus) in Luzern.

Mobilitätsstation Flurstrasse

28. August 2020Kommunikation/Wirtschaft

Wir gratulieren Zürich zur ersten Mobilitätsstation an der Flurstrasse in Zürich Altstetten. Im Rahmen von www.zürimobil.ch wurde die ZüriMobil App und eine erste Mobilitätsstation eröffnet (weitere folgen). Die App verbindet den Fussverkehr, den öffentlichen Verkehr, das Velo, den E-Scooter und die Autos. Die Integrationstiefe der Dienste auf der App wird noch tiefer und die Anzahl Dienstleistungen noch zahlreicher, so dass Mobility as a Service in naher Zukunft in Zürich Realität wird. Schön, das in digitale Infrastruktur und dazu passende physische Anlagen abgestimmt investiert wird. Übrigens: Auch auf Seite der Abos gehts voran: www.yumuv.ch erweitert öV-Abos um weitere Verkehrsmittel.

Vernetzte Landmaschinen

14. August 2020Technik

Wir vernetzen Strassenverkehrsfahrzeuge am Trafikpoint und stellen fest, dass auch andere Branchen ganz ähnlich Fahrzeuge vernetzen, um effizienter zu arbeiten. Seit diesem Monat besteht die Möglichkeit, Daten der Feldarbeit von allen Maschinendisplays der gängigsten Hersteller in das «John Deere Operations Center» zu übertragen. Damit unterstützt das amerikanische Unternehmen vor allem jene Betriebe, die mit gemischten Maschinenflotten arbeiten.

Quartierbusse

7. August 2020Technik/Wirtschaft

Mit dem Hamburg-Takt sollen alle Einwohnenden der Stadt innerhalb von 5 Minuten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsangebot haben. Um rasch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, steht nicht mehr nur die rein betriebswirtschaftliche Sicht im Vordergrund. Wichtiger Bestandteil ist u.a. eine bessere Quartieranbindung mit rund 600 neue Haltestellen. Mit kleineren eBussen (8.3m lang, 22 Sitz- und 26 Stehplätze) will die HOCHBAHN neue Gebiete erschliessen und direkt an Hauptlinien anbinden. Neben vielen weiteren neuen Linien braucht es in Randgebieten zusätzlich flexible Angebote (Total 550 Busse „on top“ zum heutigen Fahrzeugpark). Weitere Bausteine sind die vernetzte Mobilität, erweitert um Mobilitätsangebote wie Car- und Bike-Sharing oder Ride-Pooling. Auch in Zürich wird letztgenanntes – also der Bedarfsverkehr im ÖV – getestet. Wir schauen sehr gespannt, wie sich das On-demand Projekt FlexNetz entwickelt. Vielleicht sind solche Konzepte dereinst der moderne Quartierbus mit Fahrt von Tür-zu-Tür in der Region, ergänzend zum Linienverkehr über Mobulitätshubs in der Agglomeration.

samo-Card und wirSamo

31. Juli 2020Wirtschaft

Die Gemeinde Werfenweng ist seit Jahren eine Modellgemeinde für sanfte Mobilität. Wurde eine samo-Unterkunft gebucht, dort mit einem öffentlichen Verkehrsmittel angereist oder wird nach der Anreise der Autoschlüssel abgegeben, können Gäste für 10 Euro von der samo-Card profitieren: Es stehen zahlreiche E-Fahrzeuge bereit (vom E-Bike über E-Auto bis zum E-Roller), im Gebiet kann ein On-demand-Bus von Tür-zu-Tür genutzt werden, es fährt ein Nachtmobil und man kann an organisierten Ausflügen in Gruppen teilnehmen. Optimale Mobilität ohne eigenes Auto also. Im aktuellen Pilotprojekt „wirSamo“ werden für BewohnerInnen von Werfenweng neu Anreize angeboten, damit diese mehr als bisher umweltverträglich mobil sind. Alle sind eingeladen, mit der Gemeinde einen Vertrag abzuschließen, in dem sich die Vertragsnehmenden je nach gewähltem Paket verpflichten, umweltverträgliche Mobilitätsangebote zu nutzen. Die Gemeinde stellt dabei einiges bereit. Nicht genutzte Fahrten werden Ende Jahr in örtliche Einkaufsgutscheine umgewandelt, um die Mobilität an sich nicht anzutreiben. WirSamo erlaubt es, umweltverträgliche Mobilität im ländlichen Raum praktisch zu erleben. Kennt man dadurch die örtlichen Mobilitätsdienstleistungen, werden gar alle BürgerInnen nebenbei noch zu Botschaftern der sanften Mobilität.

Trafiko E-Roller ist unterwegs

23. Juli 2020Technik/Wirtschaft

„In der Coronakrise steigen besonders viele Menschen ins Auto, dabei wären elektrische Motorroller das Verkehrsmittel der Stunde. Sie sind leise und umweltfreundlich“, schreibt der Spiegel. Sie brauchen beim Fahren und Parken nur einen Bruchteil des Platzes und der Energie eines Autos, könnten also im Pendlerverkehr gute Dienste leisten, wo der öV nicht optimal ausgebaut ist. Trotz der vielen Vorteile steht der echte Durchbruch allerdings noch aus. Die grosse Frage bleibt, ob der E-Roller ein Ganzjahresfahrzeug wird (Lichtblick: Das Fahrrad ist bereits auf dem Weg dazu). An den Betriebskosten des E-Rollers kann es nicht liegen: 100km Fahrt kosten gerade mal 1.50.- an Strom. Auch die Wartungskosten sind um bis zu zwei Drittel unter denen eines Benzin-Rollers. Wir schauen voraus und bieten E-Roller an unserem Trafikpoint zusammen mit anderen Verkehrsmitteln an.

Trafiko