Wirkung von Carsharing

16. Oktober 2020Technik/Wirtschaft

Carsharing kann helfen, den Autoverkehr zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, bei welcher 1600 Nutzerinnen und Nutzer des Carsharing-Anbieters WeShare online befragt wurden (WeShare gehört zu VW und ist mit 1.500 free floating Elektro-Golfs in Berlin vertreten). Zwei Drittel der befragten WeShare-Nutzer haben demnach kein Auto im Haushalt. Von ihnen würden rund 24 Prozent ein Auto anschaffen, wenn es kein Carsharing gäbe. Nicht unerwähnt bleibt, dass Carsharing natürlich auch eine Konkurrenz zum öV ist, wobei hier die Resultate zu differenzieren sind, da auch ohne Carsharing individuelle Fahrten gewählt werden (Taxi, Mietwagen, geborgte Autos usw.). Wichtig ist auch der Fakt, dass offenbar Carsharing nur gezielt genutzt wird – anders als das Auto im Alleinbesitz. Für den Forschungsleiter Andreas Knie ist daher klar: „Ein gutes Angebot an öffentlichem Verkehr und Fahrradwegen reichen nicht aus, um die Leute aus dem Auto rauszukriegen.“ Er meint, dass Städte das Carsharing fördern sollten (z.B. durch gute Standorte bei geringen Gebühren). Zudem konnten Daten von rund 600000 WeShare-Buchungen im Zeitraum von September 2019 bis Februar 2020 analysiert werden. Zahlreiche Fakten sind die Folge: So wird Carsharing mehr als 25 Prozent der Zeit genutzt, private Autos dagegen nur fünf Prozent. Immerhin kann mit Carsharing so wertvoller Parkraum für sonstige Aktivitäten in Städten freigespielt werden. Hier gehts zur Studie.

Digitaler Tornado

9. Oktober 2020Wirtschaft

Der digitale Tornado hat die Mobilität im Griff. Ein Beispiel gefällig: Container-Carrier sind meist träge Unternehmen. Hapag-Lloyd mit 239 Schiffen setzte 2017 jedoch zur Kulturrevolution an, wie das Handelsblatt schreibt: Seit das Frachtgeschäft digitalisiert ist, wird jeder zehnte Container innerhalb weniger Minuten über das Internet verkauft (also 1,2 Millionen Stahlboxen im zurückliegenden Jahr). Bis vor zwei Jahren erfuhr man einen Preis erst nach zig Telefonaten, Abklärungen und Rückfragen, nicht wie aktuell innerhalb von Sekunden. Resultat: Der Ebit pro Container ist inzwischen am höchsten in der Branche. Die Vorteile der Digitalisierung sind aber noch lange nicht ausgeschöpft: Statt von Hafen zu Hafen soll Fracht bald von Tür zu Tür buchbar sein. Zudem will man mit den vielen Daten für Kunden noch besseren Service schaffen. Spannend, dass jede Branche vom digitalen Tornado erfasst wird. Während die Unterhaltungsbranche die Transformationen schon fast hinter sich hat, steckt die Mobilität mittendrin. In der Gesundheitsbranche ziehen die Böhen erst richtig auf, wie die Studie Next Health in 6 Shifts listet.

Stiftung investiert Millionen für neue Mobilitätskultur

2. Oktober 2020Technik/Wirtschaft

Die Albert Koechlin Stiftung engagiert sich bei der Mobilitätswende und startet ein namhaft dotiertes, langfristiges Projekt mit dem Titel «Clever unterwegs – Neue Mobilitätskultur Innerschweiz“. Trafiko ist bei der Erarbeitung des Gesamtprojekts und bei einzelnen Pilotprojekten beteiligt. In den nächsten sieben Jahren sollen bis zu 14 Millionen Franken in die fünf Programme «Mobilität Unternehmen», «Mobilität Areale / Quartiere», «Förderung Veloverkehr», «Förderung Fussverkehr» und «Reallabor Mobilität» fliessen. Die Programme werden Anreize schaffen für die Erprobung und Einführung dauerhafter, neuer Mobilitätslösungen. Wir sind stolz, im Rahmen dieses einzigartigen Projekts einen Beitrag zur Mobilitätswende in der Innerschweiz leisten zu dürfen.

öV-Auslastungsprognose

25. September 2020Technik

Fahrgäste des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) können sich neu bereits vor Fahrtantritt bei Bus, U-Bahn und S-Bahn über das geschätzte Fahrgastaufkommen in den Verkehrsmitteln entlang ihrer Route auf einer Plattform informieren. Die prognostizierte Fahrzeugbelegung wird als Piktogramm in der Verbindungsauskunft auf der mobilen Website (m.rmv.de) angezeigt. Ist das zu erwartende Fahrgastaufkommen auf der gewünschten Verbindung hoch, werden gar alternative Routen mit geringerem Aufkommen vorgeschlagen. Die nicht personenbezogenen Daten stammen laut RMV aus täglich über zwei Millionen Verbindungsabfragen, dem Handy-Ticketverkauf sowie vom automatischen Fahrgastzählsystem, mit dem derzeit in Frankfurt 56 U- und Straßenbahnen sowie 59 Busse ausgestattet sind. Laut RMV berücksichtigt der selbstlernende Algorithmus auch externe Umstände, wie Baustellen und Termine von Großveranstaltungen. Mittelfristig will der Verkehrsverbund weitere Datenquellen, etwa zu Störungen und Ausfällen, in die Prognose integrieren. Cool, damit wird das bestehende öV-System noch effizienter.

Mobilitätsmanagement

18. September 2020Technik

Wohl nur ein Künstler würde Mobilitätsmanagement so verstehen, wie es das Bild zeigt. Damit ändert sich natürlich gar nichts. Es werden weder Parkplätze frei, noch Fahrten reduziert oder Alternativen gefördert. Mobilitätsmanagement sind verkehrsmittelübergreifende Strategien, Handlungskonzepte und vor allem konkrete Massnahmen, die auf einen effizienten, sozial- und umweltverträglichen Verkehr abzielen und auf Information, Kommunikation, Organisation und Koordination basieren. Trafiko ist auch Teil des Netzwerkes Mobilservice, welches Verbesserung der Mobilität über Mobilitätsmanagement im Auftrag von Firmen angeht. Wann steigst du in die Thematik ein? Wir helfen gerne mit.

PS: Der Hebel für Veränderungen ist gross. Wie die ETH / Uni Basel mit MOBIS laufend dokumentiert, zeigen die letzten Monate mit Covid19, was für Spielraum möglich ist. Leider ist dieser weitgehend wieder aufgebraucht: Das Auto ist wieder auf Vorkrisenniveau und steigt noch immer. Während das Velo in der Veränderung obenaus schwingt, ist der öV noch immer 30% unter dem Wert vor Covid19, wobei hier die Massnahme Home-Office sicherlich wirkt, welche Verkehr stark vermeidet und damit gewünscht ist.

Coole Kampagne

11. September 2020Kommunikation

Mit der Kampagne „Deine Flotte 2020“ kann die Berliner Mobilitätsvielfalt getestet werden. Nutzer können das Privatauto einen Monat stehen lassen und stattdessen die mobile Vielfalt mithilfe von Mobilitäts-Gutscheinen im Wert von 500 € geniessen. Toll, wie sich ein Akteur im Sinn einer offenen Plattform mit anderen Dienstleistern vernetzt. So kann das erklärte Ziel rascher erreicht werden, Begeisterung im eigenen Umfeld für innovative Mobilitätskonzepte nachhaltig zu wecken.

H2-Lkw unterwegs

4. September 2020Kommunikation/Technik

Keine Zukunft mehr: Die Brennstoffzellen-Lkws «Xcient» kommen schrittweise in der Schweiz an. Bis 2025 werden die Kunden von Hyundai Hydrogen Mobility insgesamt 1‘600 Brennstoffzellen in Betrieb nehmen. Ein grosser Teil davon wird über die Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz eingesetzt, welche damit CO2-frei unterwegs sein werden (der Kraftstoff Wasserstoff wird laut Förderverein ohne Atomstrom erzeugt). Die Ablieferung und Wartung macht die Auto AG Truck in Rothenburg. Der 2018 gegründete Förderverein setzt sich aus namhaften Tankstellenbetreibern, Transport- und Logistikunternehmen zusammen, die sich für den Aufbau der Wasserstoffmobilität in der Schweiz und insbesondere für den raschen Ausbau der Tankstelleninfrastruktur engagieren. Schöner Nebeneffekte: Die LSVA fällt beim H2-Lkw weg. Die Transportbranche ist aber nicht nur bezüglich Antriebstechnik in Bewegung: Neue Lang-Lkw können noch mehr Güter pro Fahrzeug transportieren. Sie sind damit genau so lang, wie die Doppelgelenktrolleybusse (RBus) in Luzern.

Mobilitätsstation Flurstrasse

28. August 2020Kommunikation/Wirtschaft

Wir gratulieren Zürich zur ersten Mobilitätsstation an der Flurstrasse in Zürich Altstetten. Im Rahmen von www.zürimobil.ch wurde die ZüriMobil App und eine erste Mobilitätsstation eröffnet (weitere folgen). Die App verbindet den Fussverkehr, den öffentlichen Verkehr, das Velo, den E-Scooter und die Autos. Die Integrationstiefe der Dienste auf der App wird noch tiefer und die Anzahl Dienstleistungen noch zahlreicher, so dass Mobility as a Service in naher Zukunft in Zürich Realität wird. Schön, das in digitale Infrastruktur und dazu passende physische Anlagen abgestimmt investiert wird. Übrigens: Auch auf Seite der Abos gehts voran: www.yumuv.ch erweitert öV-Abos um weitere Verkehrsmittel.

Vernetzte Landmaschinen

14. August 2020Technik

Wir vernetzen Strassenverkehrsfahrzeuge am Trafikpoint und stellen fest, dass auch andere Branchen ganz ähnlich Fahrzeuge vernetzen, um effizienter zu arbeiten. Seit diesem Monat besteht die Möglichkeit, Daten der Feldarbeit von allen Maschinendisplays der gängigsten Hersteller in das «John Deere Operations Center» zu übertragen. Damit unterstützt das amerikanische Unternehmen vor allem jene Betriebe, die mit gemischten Maschinenflotten arbeiten.

Trafiko