Mietauto war gestern

21. März 2019Technik/Wirtschaft

Sixt macht 2,6 Milliarden Euro Umsatz und hat insgesamt 20 Millionen Kunden. Seit Februar 2019 bietet Sixt eine einzige App für die Themen Autovermietung (Sixt Rent), Carsharing (Sixt Share) und Ride-Hailing (Sixt Ride). Sixt Share soll gar zusätzlich zu den üblichen Features die Autovermietung und Carsharing verbinden können: So kann ein Mietauto in einer Stadt am Sixt-Standort abgeholt und in der nächsten City in der Freefloating-Zone stehen gelassen werden. Sixt Ride bietet die Buchung des klassischen Taxis in Deutschland und von Ridehailing-Diensten im Ausland an. Buchung und Rechnungslegung erfolgt zentral über die Sixt-App.
Etwas ähnliches macht die neue Firma von Daimler und BMW, welche 25 bestehende Dienste unter dem neuen Label «Your Now» seit kurzem vereint: Carsharing floating (Share Now), Car On Demand (Free Now), Mobilitätsplattform (Reach Now), Parking (Park Now) und Ladestationen (Charge Now).
Diese Konsolidierungen sind in unserem Mobilitätsüberblick natürlich wieder aktualisiert (moovel wurde zu Reach Now, car2go zu Share Now usw.). Wir glauben auch, dass solche Gesamtpakete eher den Durchbruch schaffen als die vielen unkoordinierten Einzellösungen. Die Zukunft wirds weisen.

Mit zenGo von Tür-zu-Tür

15. März 2019Technik/Wirtschaft

In der französischen Schweiz gehts vorwärts: Ein öV-Verbund-Abo ist mit weiteren Verkehrsmitteln auf einer digitalen Plattform unter Nutzung des SwissPass bei 300 Kunden in Genf und Lausanne im Test. zenGo soll zudem bald auf alle Kunden ausgerollt werden. Mit zenGo-Jetons können neben dem öV auch Auto, Taxi oder Velos gebucht werden. Ein ähnliches Angebot ist das nationale Angebot SBB Green Class, welches neben einem GA auch ein persönliches Elektroauto (inklusive Versicherungen und Services) zur Verfügung stellt. Ergänzend sind im noch nicht digitalen Mobilitäts-Abo ein Parkplatz am Bahnhof, Car- und Bikesharing sowie weitere Mobilitätsleistungen inkludiert. Langsam fliessen die Dienste in neuen Angeboten zusammen und ermöglichen eine nachhaltige Tür-zu-Tür-Mobilität. Wir fragen uns, wann das weit verbreitete Halbtax mit weiteren Mobilitätsdiensten angereichert wird?

700 Persönlichkeiten für den Durchgangsbahnhof Luzern

8. März 2019Kommunikation

Grossprojekte sind sehr teuer, enorm vielschichtig, langfristig angelegt und dem politischen Kampf ausgesetzt. Um dennoch ans Ziel zu kommen, braucht es neben einer guten Planung auch eine stetige Kommunikation. Auch der Durchgangsbahnhof Luzern gehört in diese Kategorie. Gestern ging dieses Grossprojekt mit dem Entscheid des Ständerates zum Bahnausbauschritt 2035 einen weiteren Schritt vorwärts. Trafiko führt seit 2017 die Geschäftsstelle des Komitees Durchgangsbahnhof Luzern. Für diese politische Debatte hat Trafiko eine Kampagne mit Clips entwickelt, die nun digital verbreitet wird. Stellvertretend für die 700 Komiteemitglieder aus Politik, Wirtschaft, Expertenkreisen und Bevölkerung erklären vier Zentralschweizer Persönlichkeiten, warum der Durchgangsbahnhof notwendig ist. Mit Peter Galliker (CEO Galliker Transport), Michael Haefliger (Intendant Lucerne Festival), Edith Hunkeler-Wolf (ehemalige Rollstuhlsportlerin) Tizian von Arx (Sänger «One Lucky Sperm» und «7 Dollar Taxi», siehe oben) konnten bekannte Zentralschweizer Persönlichkeiten für die Kampagne gewonnen werden. Diese Aktion ist natürlich nur ein kleines Puzzleteil in einer umfassenden Kommunikations- und Lobbyarbeit. Das Komitee arbeitet zu diesem Zweck eng mit Zentralschweizer Politikern, der Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs (www.es-wird-eng.ch), dem Kanton Luzern (https://durchgangsbahnhof.lu.ch) und dem Verkehrsverbund Luzern zusammen.

Mobilitätsmanagement

1. März 2019Medien/Technik/Wirtschaft

Mobilitätsmanagement wird im Podcast zusammengefasst so erklärt: Design von cleverer Mobilität für Firmenangestellte (ganzer Podcast von 8 Minuten). Wir selber durften noch beim Verkehrsverbund Luzern zusammen mit Partnern ein solches Konzept mit Hirslanden erarbeiten (Konzept, 11 Juli 2016). Kürzlich hat die Luzerner Zeitung diesbezüglich Ergebnisse publiziert. Fazit: Schön, werden immer mehr solche Beispiele breit veröffentlicht. Das animiert zum Nachahmen. Zudem lässt sich das Resultat sehen: Im Podcast wird von durchschnittlich 20% Umsteigerquote vom MIV zum öV/Langsamverkehr gesprochen (notabene freiwillig, weil die Alternativen verbessert wurden), Hirslanden hat innerhalb 4 Jahre bereits 26% erreicht (dies zu jährlichen Kosten von 350’000.-). Im Mobilitätsmanagement liegt also noch riesiges Potenzial, was viele Strassen-Grossprojekte zu viel höheren Kosten nur schwer leisten. Zudem ist cleveres Mobilitätsmanagement gar kurzfristig umsetzbar, sofern man – wie bei Hirslanden – auf ein hochmotiviertes Team trifft. Weiter so: Wir sind gespannt, was noch drin liegt …

Mobilität bald gratis?

22. Februar 2019Wirtschaft/Zukunft

Als wir davon hörten, taten wir dies erstmal als Fantasie ab. Doch wenn man tiefer recherchiert, ist dieser Trend gar nicht völlig absurd. Geschäftsmodelle ändern aktuell. Ausgangslage ist, dass viele Angebote übermässig verfügbar sind. So differenziert man sich z.B. dadurch, dass man dem Kunden die Anreise offeriert. Das macht das Glarnerland neuerdings genauso wie das EmmenCenter solche Aktionen seit über 10 Jahren durchführt. Auch Arbeitgeber zahlen Angestellten immer mehr an Mobilität (öfter ans Auto, zunehmend aber auch für flächeneffiziente Verkehrsmittel). In Zukunft wäre doch denkbar, dass ein Arbeitgeber mit einem privaten Shuttledienst kooperiert. Dieser bringt am Morgen seine Angestellten zum Büro (als Benefit für den Arbeitnehmenden und damit zu Lasten der Firma. Die Talentsuche wird diesbezüglich ja immer kreativer). Oder: Ein Shopping- und Freizeitzentrum beschafft 20 autonome Shuttles. Diese holen Kunden zuhause ab und bringen sie ins Center und wieder zurück. Der Transport ist für den Kunden gratis, der Dienstleister lebt von den Ausgaben des abgeholten Kunden im Center. Tja, wenn dann die vietnamesische Ferienanlage mit ihren günstigen Produktionsbedingungen vor Ort solche Angebote für Ferien lanciert, könnte die Mobilität ins absurde wachsen. Fazit: Die Zukunft hält spannende Herausforderungen bereit. Nun aber erstmal: Schöne Skiferien!

Change

15. Februar 2019Technik/Wirtschaft

Veränderungen sind im Gange. Beispiel mit Auswirkung auf die Mobilität gefällig: Ikea plant eine City-Filiale in Wien nach neuem Konzept ohne Parkgarage und Selbstbedienungshalle (Baustart 2019, Aussenlager resp. Logistikzentrum bereits in Ausführung). Neu können Besuchende wegen der zentralen Lage einfach mit öV/Langsamverkehr anreisen (sie müssen nicht mehr mit dem Auto in die Industriegebiete der Agglomerationen fahren). Spannend ist die damit verbundene Änderung der Logistik: Damit Wohnzimmercouch, Küche und Schränke trotzdem zu Hause landen, wird in 12 km Entfernung ein Logistikzentrum erstellt. Von dort werden die Waren nach Hause geliefert (dort werden aber auch die zunehmenden Online-Einkäufe direkt dem Versand übergeben). IKEA wäre aber nicht IKEA, wenn man beim Logistikzentrum nicht auch nach dem Einkauf an einem Pick-up-Point vorfahren könnte. Wir sind trotzdem gespannt, ob das der Anfang eines grösseren Change-Prozesses ist …

City- und Cargobike

8. Februar 2019Technik

Vorwiegend braucht man in Agglomerationen ein Citybike, für Transporte jedoch ein Cargobike. Dieses Velo verspricht, beides zu leisten:

Geforderter Staat

1. Februar 2019Zukunft

Nicht nur Firmen sind gefordert, sinnvolle Mobilitätslösungen zu kreieren. Auch der Staat muss seinen Beitrag leisten. Helsinki ist beispielsweise die erste Stadt, in der man seine gesamte Mobilität mit nur einer App managen kann. Der Traum der multimodalen Mobilität wurde Dank einer cleveren Verordnung aus dem Ministerium für Transport und Kommunikation Wirklichkeit: Der „Act on Transport Services“ trat am 1. Januar 2018 in Kraft trat. Die Verordnung verpflichtet alle Transportunternehmen in Finnland, ihre Daten offenzulegen. Öffentliche Nahverkehrsunternehmen teilen daher ihre Fahrpläne und Echtzeitdaten zur Position von Bussen und Trams. Taxi- und Carsharing-Unternehmen speisen Daten zu Verfügbarkeit von Fahrzeugen ins System. Die Informationen können dann von einem «Mobility as a service» – Anbieter zu einem Produkt verarbeitet werden. Der „Act on Transport Services“ schreibt den Transportunternehmen auch offene Programmierschnittstellen vor, damit Apps von Drittanbietern, wie beispielsweise Whim, den Kauf von Tickets oder die Buchung von Leihfahrzeugen einfach vornehmen können. In der Schweiz ist wohl Ähnliches nötig, da Konkurrenten auf dem Mobilitätsmarkt kaum im Sinn des Kunden kooperieren werden.

Schneeschuhlaufen

25. Januar 2019Job/Nebenbei

Das Schöne am Schneeschuhlaufen: Man kann ausgetretene Pfade verlassen, selber eine Spur legen und ganz flexibel von A nach B gehen. Ganz im Sinn von Trafiko, welche diese Woche seine strategy days im Urnerland durchführte. An der frischen Luft kamen die Ideen wie von selbst. Zudem war die Rückfahrt mit dem «Fernbus» unglaublich: Eggberge Bergstation nach Luzern in total 34 Minuten, inkl. Umsteigen von der Luftseilbahn auf den Tellbus! Das Schneeschuhparadies liegt in diesem Sinn eigentlich direkt vor unserer Haustüre.

Vietnam „grabt“ sich die Strassen zurück

18. Januar 2019Allgemein/Technik

In Sachen Verkehr dominieren in Vietnam tausende Roller die Strassen. Dennoch konnten wir bei unserem Besuch zwei äusserst zeitgemässe Phänomene beobachten. Erstens: Die Rückeroberung der Strassen findet auch in Vietnam statt. Von Freitag bis Sonntag wird die Altstadt von Hanoi vom motorisierten Individualverkehr befreit. Die Polizei zieht mit einem Lautsprecherwagen durch die Strassen und zwingt die Bevölkerung jeden Roller und jedes Auto wegzustellen. Danach verwandeln sich die Strassen in eine riesige Flanierzone.
Das zweite Phänomen in Sachen Mobilität ist „Grab„. An jeder Strassenecke, auf jedem Marktplatz und auf jedem Kreisel können Personen in einer auffällig grünen Kleidung beobachtet werden, die auf Kundschaft warten. „Grab“ ist eine Sharing-Plattform mit App zur Vermittlung von Fahrten. Am populärsten ist das Vermitteln von Mitfahrgelegenheiten auf einem Roller („GrabBike“). Das ist aber längst nicht alles: Mit „Grab“ werden Warentransporte oder Bestellungen von Essen organisiert – natürlich mit dem Roller. Das Unternehmen aus Singapur ist nach der Übernahme des Südostasien-Geschäfts von Uber die Nummer 1 dieser Region.

Trafiko