Quartierbusse

7. August 2020Technik/Wirtschaft

Mit dem Hamburg-Takt sollen alle Einwohnenden der Stadt innerhalb von 5 Minuten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsangebot haben. Um rasch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, steht nicht mehr nur die rein betriebswirtschaftliche Sicht im Vordergrund. Wichtiger Bestandteil ist u.a. eine bessere Quartieranbindung mit rund 600 neue Haltestellen. Mit kleineren eBussen (8.3m lang, 22 Sitz- und 26 Stehplätze) will die HOCHBAHN neue Gebiete erschliessen und direkt an Hauptlinien anbinden. Neben vielen weiteren neuen Linien braucht es in Randgebieten zusätzlich flexible Angebote (Total 550 Busse „on top“ zum heutigen Fahrzeugpark). Weitere Bausteine sind die vernetzte Mobilität, erweitert um Mobilitätsangebote wie Car- und Bike-Sharing oder Ride-Pooling. Auch in Zürich wird letztgenanntes – also der Bedarfsverkehr im ÖV – getestet. Wir schauen sehr gespannt, wie sich das On-demand Projekt FlexNetz entwickelt. Vielleicht sind solche Konzepte dereinst der moderne Quartierbus mit Fahrt von Tür-zu-Tür in der Region, ergänzend zum Linienverkehr über Mobulitätshubs in der Agglomeration.

samo-Card und wirSamo

31. Juli 2020Wirtschaft

Die Gemeinde Werfenweng ist seit Jahren eine Modellgemeinde für sanfte Mobilität. Wurde eine samo-Unterkunft gebucht, dort mit einem öffentlichen Verkehrsmittel angereist oder wird nach der Anreise der Autoschlüssel abgegeben, können Gäste für 10 Euro von der samo-Card profitieren: Es stehen zahlreiche E-Fahrzeuge bereit (vom E-Bike über E-Auto bis zum E-Roller), im Gebiet kann ein On-demand-Bus von Tür-zu-Tür genutzt werden, es fährt ein Nachtmobil und man kann an organisierten Ausflügen in Gruppen teilnehmen. Optimale Mobilität ohne eigenes Auto also. Im aktuellen Pilotprojekt „wirSamo“ werden für BewohnerInnen von Werfenweng neu Anreize angeboten, damit diese mehr als bisher umweltverträglich mobil sind. Alle sind eingeladen, mit der Gemeinde einen Vertrag abzuschließen, in dem sich die Vertragsnehmenden je nach gewähltem Paket verpflichten, umweltverträgliche Mobilitätsangebote zu nutzen. Die Gemeinde stellt dabei einiges bereit. Nicht genutzte Fahrten werden Ende Jahr in örtliche Einkaufsgutscheine umgewandelt, um die Mobilität an sich nicht anzutreiben. WirSamo erlaubt es, umweltverträgliche Mobilität im ländlichen Raum praktisch zu erleben. Kennt man dadurch die örtlichen Mobilitätsdienstleistungen, werden gar alle BürgerInnen nebenbei noch zu Botschaftern der sanften Mobilität.

Trafiko E-Roller ist unterwegs

23. Juli 2020Technik/Wirtschaft

„In der Coronakrise steigen besonders viele Menschen ins Auto, dabei wären elektrische Motorroller das Verkehrsmittel der Stunde. Sie sind leise und umweltfreundlich“, schreibt der Spiegel. Sie brauchen beim Fahren und Parken nur einen Bruchteil des Platzes und der Energie eines Autos, könnten also im Pendlerverkehr gute Dienste leisten, wo der öV nicht optimal ausgebaut ist. Trotz der vielen Vorteile steht der echte Durchbruch allerdings noch aus. Die grosse Frage bleibt, ob der E-Roller ein Ganzjahresfahrzeug wird (Lichtblick: Das Fahrrad ist bereits auf dem Weg dazu). An den Betriebskosten des E-Rollers kann es nicht liegen: 100km Fahrt kosten gerade mal 1.50.- an Strom. Auch die Wartungskosten sind um bis zu zwei Drittel unter denen eines Benzin-Rollers. Wir schauen voraus und bieten E-Roller an unserem Trafikpoint zusammen mit anderen Verkehrsmitteln an.

Klima schützen

17. Juli 2020Technik

Der renommierte ETH-Professor Reto Knutti twitterte die Grafik oben mit der Aussage „Der Klimawandel ist offensichtlich. Unsere Unfähigkeit darauf zu reagieren auch.“ Ein Retweeter meinte, man soll doch ein paar tausend Jahre berücksichtigen und nicht das aktuelle Problem überbewerten. Promt regierte Knutti und twitterte die Grafik seit Beginn der Zeitrechnung im Jahr 0. Trocken schreibt er, dass diese Grafik „nicht weniger eindrücklich ist, im Gegenteil“. Tja, unsere Generation hat hier definitiv ein Problem geschaffen und nun eine grosse Pendenz zu bewältigen.

Smart City mit Fokus Mensch

10. Juli 2020Technik/Wirtschaft

Bereits im Blogbeitrag im Oktober 2016 war Jan Gehl bei uns Thema. Sein Dokumentarfilm «The Human Scale» zeigt eindrücklich, wie man Städte weiterentwickeln muss, damit Menschen wieder im Mittelpunkt stehen und sich wohl fühlen. Nun ist er uns mit dem Interview im brand eins wieder über den Weg gelaufen. Wir pflichten ihm bei, dass wir die Menschen an sich wieder in Bewegung setzen müssen. Sein Gradmesser für gute Städte ist offenbar, wie viele Kinder und alte Menschen sich auf den Strassen und Plätzen aufhalten (es sind gemäss seinen Aussagen eben nicht die spektakulären Architekturentwürfe oder die leistungsfähigen Verkehrssysteme). Auch seine Empfehlung teilen wir vollends: Keine einzelnen brutalen Handstreiche beim anstehenden Umbau der Städte. Die Ziele sind eher in vielen Trippelschritten zu erreichen. «Denn auf diese Weise ist der Umbau zwar stets spürbar, aber nie schmerzhaft», wie das Erfolgsgeheimnis in Kopenhagen lautet.

Mobilitätsstation lanciert

1. Juli 2020Kommunikation/Technik/Wirtschaft

Ergänzend zum öV soll am Trafikpoint ein vielfältiges Mobilitätsangebot als Sharing-Service zentral vor Ort bereit stehen. Auf einer digitalen Mobilitätsplattform werden aus einer Hand die Fahrzeuge gebucht, geöffnet und bezahlt. Gutschriften können dabei die Nutzung gezielt steuern. Dies hilft Bauherren, die behördlichen Auflagen an sensiblen Orten zu erfüllen. Dies ist per sofort keine Zukunftsmusik mehr, sondern seit heute im Monatsabo erhältlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.trafikpoint.ch. Gerne geben wir auch unser Know-how weiter, wenn Sie Ihre eigenen Fahrzeuge vernetzen oder eine Mobilitätsstation einrichten wollen.

Pionierprojekt in Kriens: Breites Sharing-Angebot auch im Stockwerkeigentum

25. Juni 2020Technik

Umfassende Mobilitätskonzepte im Stockwerkeigentum werden bisher kaum realisiert, im Gegensatz zum Mietwohnungsbau. Im Bereich des Stockwerkeigentums dominiert die Vorstellung, dass Wohnungen ohne zwei eigene Parkplätze schon gar nicht verkauft werden können. Von Sharing weit und breit keine Spur. Anders in der Stadt Kriens: Einen neuen, bisher schweizweit einzigartigen Weg, beschreiten die Initianten der geplanten Wohnüberbauung Weinhalde. Zum ersten Mal durften wir für eine Bauherrschaft, welche Wohnungen im Stockwerkeigentum realisiert, Überlegungen für ein innovatives Mobilitätsangebot anstellen. Die Aufgabe: Pro Wohnung sollen dem Eigentümer maximal 1.5 Parkplätze (inkl. Besucher und Carharing) zur Verfügung stehen und ein umfassendes Mobilitätsangebot soll die Mobilitätsbedürfnisse abdecken und sicherstellen. Den zukünftigen Bewohnern sollen genügend Alternativen bereit stehen, sodass ein Zweitwagen nicht notwendig ist. Wenn Fahrten mit dem Auto erfolgen, dann generell möglichst emissionsarm. Der Lösungsansatz: In der Weinhalde soll dereinst ein breites Sharing-Angebot mit einem E-Auto, E-Bike, E-Cargobike und E-Roller bereitstehen. Diese Angebote sind an einem sogenannten Mobilitätspoint zentral verfügbar und über eine einzige App einfach und unkompliziert buch- und reservierbar. Zudem soll eine zentrale Paketbox Mehrfach-Zustellungen verhindern. Mit einem E-Bike-Corner und Ladestationen für E-Autos soll ausserdem die E-Mobilität über das Sharing hinaus gefördert werden. Die Kosten für die Mobilitätsangebote sollen als Bestandteil in der Stockwerkeigentümergesellschaft verankert werden, um längerfristig den Betrieb sicherzustellen. Wir freuen uns, wenn dieses Mobilitätsangebot in der Weinhalde Realität wird und weitere Eigentümer*innen sich ein Vorbild nehmen.

Mobilität Überbauung Weinhalde, ergänzende Überlegungen zum Verkehrskonzept, 1. April 2020

Logistik-Hub im Parkhaus

19. Juni 2020Technik/Zukunft

Der Betreiberkonzern Apcoa (8000 Parkhäuser in zwölf Ländern mit rund 1,4 Millionen Parkplätzen) hat die Idee, künftig Parkhäuser in ganz Europa als Logistik-Hubs für Pakete und andere Lieferungen zu nutzen. Dabei sollen bestimmte Parkplätze zu Randzeiten kurzzeitig für Autos gesperrt werden. Im Pilotprojekt stellten dann grössere Fahrzeuge Container mit Paketen darauf ab. Velocarrier-Mitarbeiter holten diese Container mit Cargobikes ab und starteten ihre Auslieferungstouren im Umkreis. Ziel ist, den Lieferverkehr mit grossen Lastwagen aus der Innenstadt fernzuhalten. Die Lagerflächen sollen zudem günstig und daher nicht statisch sein (Flächen werden nur einige Stunden pro Tag im Hub gebraucht). Koordiniert wird die Logistik über ein Onlinetool. Gute Idee, finden auch wir.

Abstimmung Siedlung und Verkehr

12. Juni 2020Technik

 

Dieses Themenfeld sieht die Lösung eher nicht im Ansatz, wie es beim Gate Tower Building in Fukushima umgesetzt wurde (Der Autobahnbetreiber ist dabei Mieter über 3 Etagen und bezahlt dafür rund 15.000.- Miete im Monat). Wir von Trafiko sehen die Abstimmung von Siedlung und Verkehr gemäss diesem Schema. Mobilitätskonzepte und Mobilitätsmanagement sind somit wichtige Instrumente, um auch mit zunehmender Innenverdichtung weiterhin Mobilität zu ermöglichen.

Big Picture

5. Juni 2020Technik

Seit der Lancierung von Trafikguide im Dez. 2019 sind 66 Dienstleistungen neu erfasst, rund 40 Bestehende aktualisiert und 14 archiviert worden (aktuell sind 263 Mobilitätsdienstleistungen kategorisiert). Der digitale Überblick über neue und bestehende Mobilitätsangebote lebt nicht zuletzt von euch, weil ihr uns Daten meldet. Wir danken mit einer neuen Funktion: Das Big Picture kann jeweils aus dem aktuellsten Datenstand generiert werden. Es kann in strategischen Diskussionen als Unterstützung dienen, um die Bandbreite der Möglichkeiten mit einer aussagekräftigen Grafik zu visualisieren. Ihr dürft es frei nutzen. Download in 3 Sprachen unter Big Picture.

Trafiko