Auto neu erfunden

29. Mai 2020Technik/Wirtschaft

Sono Motors erfindet das Auto neu: „Sion“ ist ein auf das Wesentliche reduzierte Elektroauto, 250km Reichweite, 248 Solarzellen auf dem Chassis bringen bei Sonnenschein weitere 34km, drei Sharingservices auf eigener App erweitern die Nutzung auf Dritte. Mit dem Smartphone können so anderen Menschen Strom (powerSharing), eine Mitfahrgelegenheit (rideSharing) oder das Auto als Leihfahrzeug (carSharing) angeboten werden. Damit sinken die bereits tiefen Betriebskosten weiter. Das gefestigte Unternehmen mit visionären Founders aus München produziert ab 2022 serienmässig in Schweden mit 100% erneuerbarer Energie. Für 25.500 € bereits jetzt zu reservieren.

Sharing

22. Mai 2020Zukunft

Wie gehts weiter unter Berücksichtigung erster Pandemie-Erkenntnisse? Wird das Eigentum wieder wichtiger oder teilen wir Ressourcen nun erst recht? Wir werden es sehen. Jedenfalls erfasst die Sharing Economy immer mehr Bereiche, wie nachfolgendes Beispiel zeigt. Dies vor allem, weil die Digitalisierung Hürden laufend abbaut. Offen bleibt, ob alle Sharing-Dienstleistung nachhaltig sind. In unserem Beispiel „ja“, wenn ein eigener Einzelflug einspart wird. „Nein“, wenn dadurch mehr geflogen wird, statt beispielsweise mit der Bahn zu fahren. Das Beispiel zeigt gut, dass Sharing für sich alleine nicht die Lösung sein kann. Rahmenbedingungen, Förderung und Anreizsysteme bleiben unerlässlich, um das Verkehrssystem zu erreichen, welches wir uns wünschen.

Übrigens: Der Trafikguide listet 6 Flugzeugsharing-Dienstleistungen. Es gibt also gar Auswahl, will man den Flug oder das Flugzeug teilen.

New Work

15. Mai 2020Job

„Wer Kopfarbeit macht, arbeitet schon seit vielen Jahren in der Cloud“, schreibt GDI-Forscher Stefan Breit. „Anwesenheit ist, technisch betrachtet, schon längst nicht mehr erforderlich. Wir pendeln und arbeiten oftmals nur noch im Büro wegen den KollegInnen, wegen dem Tapetenwechsel zum eigenen Zuhause, wegen der Kaffeemaschine, aber vor allem auch, weil wir uns daran gewöhnt haben – aus purer Nostalgie. Das klassische Büro ist obsolet, wenn man mit einem Computer und Internetanschluss überall arbeiten kann. Es ist ein Skeuomorphismus, ein mittlerweile funktionsloses Ornament, das sich am Design vergangener Tage anlehnt.“ Schöner Nebeneffekt: Verkehrssysteme werden zu Hauptverkehrszeiten ohne Milliardeninvestitionen entlastet, Platz auf Strassen und in Zügen wird geschaffen. Vor Corona wurde mit bescheidendem Erfolg versucht, Verkehrsspitzen zu brechen oder Home Office zu fördern. Auf einen Schlag ist Vieles möglich. Warum behalten wir nun nicht bei, ein Viertel der Arbeit zuhause zu erledigen? Es geht!

Automobil

8. Mai 2020Kommunikation/Technik/Wirtschaft

Gewisse sehen das Auto als einen der Gewinner der Coronakrise. So hat man doch im eigenen Gefährt am wenigsten Kontakt mit Mitmenschen. Die Autoindustrie bewirbt so auch die Kunden bereits aktiv, beispielsweise mit dem Slogan «Mit Abstand zusammenhalten». Da kommen viele Positivbotschaften und gar ein sympathischer Bastelbogen für Kids. Vom öV hörte man derweil, dass man sich in der Branche doch noch zu einer moderaten Entschädigung gewisser Abos durch gerungen hat, weil das Angebot nach unten angepasst wurde. Zudem gibts neue Empfehlungen zum Maskentragen zu Hauptverkehrszeiten, was die Attraktivität des öV nicht erhöht. Dabei ist das Auto keineswegs das künftige Heilmittel, wie schon die nun vermehrt laufenden MySchool-Sendungen sehr sachlich aufzeigt. In einer lebenswerten verdichteten Siedlung müssen Ressourcen geteilt, der Verkehr dosiert werden, damit das System funktioniert. Neuste Studien zeigen überdies, dass mehr als 50 Prozent der 6000 Befragte die Autokosten im Durchschnitt zu tief einschätzen. Beim Puzzleteil „Benzin“ ist die Schätzung noch gut, bei der Abschreibung beispielsweise um ein Vielfaches daneben. Die falsche Wahrnehmung dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, warum die Autonutzung in Europa weiter ansteigt und die Verkehrswende bislang nicht gelingt. «Wären Autofahrer über die echten Kosten des Autofahrens informiert, könnte das den Autobesitz um bis zu 37 Prozent reduzieren», schließen die Forscher. Im Gegenzug: Informationen über die tatsächlichen Kosten des Autobesitzes erhöhen die Zahlungsbereitschaft für den öffentlichen Verkehr um 22 Prozent. Daran müsste man wohl auf dem Weg zurück zum Normalzustand nun verstärkt arbeiten. Im Spiegel wurden auch zahlreiche Ideen publiziert, wie der Wirtschaft auf die Beine geholfen werden könnte.

Lieferketten

1. Mai 2020Wirtschaft

Spannendes Interview über globale Lieferketten: So kann man in der Tat zurzeit selber beobachten und lernen, was in einer grösseren Krise noch funktioniert, was bricht. Es gilt nun, in der eigenen Branche Probleme zu erkennen. Diese müssen nun optimiert werden, um sich bereits für die nächste Krise zu wappnen. Zuerst gilt es aber, die aktuelle Herausforderung zu überstehen. In der Logistik soll gemäss Darya van de Sandt Nassehi der Bullwhip-Effekt beachtet werden: Gehts aufwärts, liefert jedes Glied der Kette aus seinem Lager, füllt dieses durch die Produktion rasch wieder auf. Über viele Nachfragestufen hinweg kanns Schwankungen geben, die sich meist aus purem Optimismus zum Ursprung hin stetig vergrössern. Die Planungsunsicherheit ist zurzeit nämlich gross: In welchen Bereichen geht es genauso schnell wieder los, wie es aufhörte. Wo erholt sich der Markt langsamer und wo ändert sich die Nachfrage nachhaltig. Nicht ideal ist, wer länger im „Feuerwehrstatus“ der Krisenbewältigung bleibt. Mit dem Ramp-up-Management muss sich eine Stelle bereits jetzt mit der Rückkehr beschäftigen: Was sind Schlüsselprodukte nach der Krise, was braucht es zuerst, was kann später folgen. Spannend, diese Welt der Logistik.

Nachfrageanalyse

24. April 2020Technik

Ein 24-Stunden-Zeitraffervideo der SBB zeigt, zu welchen Zeiten die Personenströme anschwellen. Aktuell: Während dem Pandemie-Lockdown werden täglich so viele Kunden transportiert, wie an einem normalen Arbeitstag ab Betriebsbeginn bis ca. 7.30 Uhr. Gut, das ist ein temporäres Phänomen. Auch die starken Pendlerströme zu Hauptverkehrszeiten sind aus eigener Erfahrung als Bahnnutzer verständlich (Arbeitswege). Interessant an der Grafik ist, welche Bahnstrecken wirklich nachfragerelevant sind (Strichdicke). Bei manchen Infrastrukturausbauten kann man stutzig werden. Wieso sind beispielsweise gewisse Bahnhöfe auf Nebenachsen auf dem neusten Stand, während auf Hauptachsen gewisse Bahnhöfe noch mit provisorischen Perronerhöhungen ausgestattet sind?

Trafikguide im Energeia

17. April 2020Medien

Der Trafikguide, welcher mit Unterstützung von EnergieSchweiz, dem Zürcher Verkehrsverbund und swisscleantech Ende 2019 entwickelt wurde, stellt das Energiemagazin des Bundesamtes für Energie vor. Trafiko gibt im Interview über die Motivation, Resonanz und Zukunftspläne Auskunft. So wird beispielsweise mit dem Update Ende Mai eine dynamische Grafik auf www.trafik.guide generierbar sein, welche einen guten Überblick über die Verkehrsdienstleistungen bietet. Gerne darf diese Grafik in der Folge von euch bei strategischen Diskussionen eingesetzt werden. Ziel bleibt, das Potenzial der verschiedensten Verkehrsmittel optimal zu nutzen, um sinnvolle Mobilität für alle Nutzergruppen zu ermöglichen.

Superblock

9. April 2020Technik

In diesen Tagen wünscht man sich, dass nach dem Corona-Shutdown nicht einfach die alten Herausforderungen wieder zurückkehren, sondern gleich neue Ansätze implementiert würden. Aus der stark betroffenen Flugbranche ist beispielsweise zu lesen, dass deren Hubkonzepte rein aus wirtschaftlichen Gründen nun dort bereinigt werden, wo sie eh schon Mühe hatten. Im städtischen Umfeld geht der Change vermutlich nicht so rasch (obwohl Berlin der Pandemie mit temporären Velostreifen als Sofortmassnahme begegnet). Aufhorchen lassen beispielsweise die guten Erfahrungen mit Superblocks in Barcelona. Dabei wird ein Gebiet zusammengefasst, wo Autos nur noch im Schritttempo und nicht mehr direkt hindurch fahren fahren dürfen. Vorrang haben Fussgänger und Radfahrer, wie dieses Video zeigt. Die frei gewordenen Flächen, wie ehemalige Kreuzungen, sind nun Spielplätze oder Fußballfelder. Wie sich zeigte, gewinnen gar Geschäfte und Händler, da viel mehr Personenverkehr in den Vierteln herrscht. Was sich aber auch zeigte: Wenn man den Platz fürs Auto verkleinert, brauchts Alternativen zum eigenen Auto, was Carsharing in Siedlungen aber optimal abdecken kann. Klar, in der Schweiz kann man das Superblock-Konzept nicht astrein umsetzen, da keine Stadt so gross ist. Barcelona aber zum Vorbild nehmen, ginge allemal. Die Idee dürfte auch im kleinen Massstab funktionieren, beispielsweise mit einer oder zwei Kreuzung und wäre wohl eine stärker ausgeprägte Begegnungszone.

Willkommen Noah

3. April 2020Allgemein

Trafiko schaut trotz schwierigem Umfeld vorwärts und glaubt, dass die Gesellschaft aus den Klima- und Pandemieherausforderungen Schlüsse ziehen wird. Wir sind überzeugt, dass sich der Mobilitätsmarkt ändert, zwar immer noch in kleinen Schritten, jedoch unaufhaltsam Richtung Nachhaltigkeit. Der Trend zu Mobilitätsplattformen und Mobility as a Service bekommt wohl – wie so Vieles – mit Corona eine Delle, bleibt aber die Zukunft. Da gibt es einiges zu tun, bis wir am Ziel sind. Deshalb verstärken wir ab 1. September 2020 mit Noah Sidler unser Team. Der angehende Bachelor in Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung mit ersten beruflichen Erfahrungen bei der SBB und Stadt Luzern wird mit seinen Ideen mithelfen, den Change voranzubringen. Wir freuen uns auf Noah!

Ps: Wie nehmen für uns mit, dass selbst Bewerbungsgespräche über Video-Calls erfolgreich geführt werden können.

systemrelevant

27. März 2020Kommunikation/Technik

Die Berliner Verkehrsbetriebe treffen selbst in Ausnahmezeiten mit ihrer Werbung exakt ins Schwarze. Übrigens: Statt ihr Sammeltaxi-Angebot Berlkönig einzustellen – wie mancherorts wegen dem Coronavirus üblich – ist der Ridepooling-Dienst aktuell exklusiv und gratis für ärztliches Personal, Pflegepersonal, medizinische Fachangestellte und Rettungskräfte offen. Diese „Helden“ werden direkt vom Wohnort zu ihrer aktuell schwierigen Arbeit in den Spitäler gefahren. Dass Verkehrskonzepte nur für bestimmte Zielgruppen lanciert werden, gibts aber nicht nur im Ausnahmezustand, wie Veyo.com beweist. Solche Ansätze existieren übrigens auch in der Schweiz, wenn auch (noch) nicht über eine Plattform digitalisiert: FlexMobil. Es wäre sicher möglich und vielleicht in einer Region gar sinnvoll, ein Mobilitätssystem exklusiv für Betagte und eingeschränkte Personen anzubieten – bestehend aus vorhanden Fahrzeugen der diversen Organisation wie Altersheimen, Spitex, Behindertenheim usw. verknüpft über eine digitale Plattform. Würden diese Fahrzeuge im Pool über eine gemeinsame Ridesharing-Software bewirtschaftet, wäre die Summe wohl mehr, als jede Einzeldienstleistung für sich. Es wäre spannend, sowas auszutesten.

Trafiko