Mobilitätsstation lanciert

1. Juli 2020Kommunikation/Technik/Wirtschaft

Ergänzend zum öV soll am Trafikpoint ein vielfältiges Mobilitätsangebot als Sharing-Service zentral vor Ort bereit stehen. Auf einer digitalen Mobilitätsplattform werden aus einer Hand die Fahrzeuge gebucht, geöffnet und bezahlt. Gutschriften können dabei die Nutzung gezielt steuern. Dies hilft Bauherren, die behördlichen Auflagen an sensiblen Orten zu erfüllen. Dies ist per sofort keine Zukunftsmusik mehr, sondern seit heute im Monatsabo erhältlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.trafikpoint.ch. Gerne geben wir auch unser Know-how weiter, wenn Sie Ihre eigenen Fahrzeuge vernetzen oder eine Mobilitätsstation einrichten wollen.

Pionierprojekt in Kriens: Breites Sharing-Angebot auch im Stockwerkeigentum

25. Juni 2020Technik

Umfassende Mobilitätskonzepte im Stockwerkeigentum werden bisher kaum realisiert, im Gegensatz zum Mietwohnungsbau. Im Bereich des Stockwerkeigentums dominiert die Vorstellung, dass Wohnungen ohne zwei eigene Parkplätze schon gar nicht verkauft werden können. Von Sharing weit und breit keine Spur. Anders in der Stadt Kriens: Einen neuen, bisher schweizweit einzigartigen Weg, beschreiten die Initianten der geplanten Wohnüberbauung Weinhalde. Zum ersten Mal durften wir für eine Bauherrschaft, welche Wohnungen im Stockwerkeigentum realisiert, Überlegungen für ein innovatives Mobilitätsangebot anstellen. Die Aufgabe: Pro Wohnung sollen dem Eigentümer maximal 1.5 Parkplätze (inkl. Besucher und Carharing) zur Verfügung stehen und ein umfassendes Mobilitätsangebot soll die Mobilitätsbedürfnisse abdecken und sicherstellen. Den zukünftigen Bewohnern sollen genügend Alternativen bereit stehen, sodass ein Zweitwagen nicht notwendig ist. Wenn Fahrten mit dem Auto erfolgen, dann generell möglichst emissionsarm. Der Lösungsansatz: In der Weinhalde soll dereinst ein breites Sharing-Angebot mit einem E-Auto, E-Bike, E-Cargobike und E-Roller bereitstehen. Diese Angebote sind an einem sogenannten Mobilitätspoint zentral verfügbar und über eine einzige App einfach und unkompliziert buch- und reservierbar. Zudem soll eine zentrale Paketbox Mehrfach-Zustellungen verhindern. Mit einem E-Bike-Corner und Ladestationen für E-Autos soll ausserdem die E-Mobilität über das Sharing hinaus gefördert werden. Die Kosten für die Mobilitätsangebote sollen als Bestandteil in der Stockwerkeigentümergesellschaft verankert werden, um längerfristig den Betrieb sicherzustellen. Wir freuen uns, wenn dieses Mobilitätsangebot in der Weinhalde Realität wird und weitere Eigentümer*innen sich ein Vorbild nehmen.

Mobilität Überbauung Weinhalde, ergänzende Überlegungen zum Verkehrskonzept, 1. April 2020

Logistik-Hub im Parkhaus

19. Juni 2020Technik/Zukunft

Der Betreiberkonzern Apcoa (8000 Parkhäuser in zwölf Ländern mit rund 1,4 Millionen Parkplätzen) hat die Idee, künftig Parkhäuser in ganz Europa als Logistik-Hubs für Pakete und andere Lieferungen zu nutzen. Dabei sollen bestimmte Parkplätze zu Randzeiten kurzzeitig für Autos gesperrt werden. Im Pilotprojekt stellten dann grössere Fahrzeuge Container mit Paketen darauf ab. Velocarrier-Mitarbeiter holten diese Container mit Cargobikes ab und starteten ihre Auslieferungstouren im Umkreis. Ziel ist, den Lieferverkehr mit grossen Lastwagen aus der Innenstadt fernzuhalten. Die Lagerflächen sollen zudem günstig und daher nicht statisch sein (Flächen werden nur einige Stunden pro Tag im Hub gebraucht). Koordiniert wird die Logistik über ein Onlinetool. Gute Idee, finden auch wir.

Abstimmung Siedlung und Verkehr

12. Juni 2020Technik

 

Dieses Themenfeld sieht die Lösung eher nicht im Ansatz, wie es beim Gate Tower Building in Fukushima umgesetzt wurde (Der Autobahnbetreiber ist dabei Mieter über 3 Etagen und bezahlt dafür rund 15.000.- Miete im Monat). Wir von Trafiko sehen die Abstimmung von Siedlung und Verkehr gemäss diesem Schema. Mobilitätskonzepte und Mobilitätsmanagement sind somit wichtige Instrumente, um auch mit zunehmender Innenverdichtung weiterhin Mobilität zu ermöglichen.

Big Picture

5. Juni 2020Technik

Seit der Lancierung von Trafikguide im Dez. 2019 sind 66 Dienstleistungen neu erfasst, rund 40 Bestehende aktualisiert und 14 archiviert worden (aktuell sind 263 Mobilitätsdienstleistungen kategorisiert). Der digitale Überblick über neue und bestehende Mobilitätsangebote lebt nicht zuletzt von euch, weil ihr uns Daten meldet. Wir danken mit einer neuen Funktion: Das Big Picture kann jeweils aus dem aktuellsten Datenstand generiert werden. Es kann in strategischen Diskussionen als Unterstützung dienen, um die Bandbreite der Möglichkeiten mit einer aussagekräftigen Grafik zu visualisieren. Ihr dürft es frei nutzen. Download in 3 Sprachen unter Big Picture.

Auto neu erfunden

29. Mai 2020Technik/Wirtschaft

Sono Motors erfindet das Auto neu: „Sion“ ist ein auf das Wesentliche reduzierte Elektroauto, 250km Reichweite, 248 Solarzellen auf dem Chassis bringen bei Sonnenschein weitere 34km, drei Sharingservices auf eigener App erweitern die Nutzung auf Dritte. Mit dem Smartphone können so anderen Menschen Strom (powerSharing), eine Mitfahrgelegenheit (rideSharing) oder das Auto als Leihfahrzeug (carSharing) angeboten werden. Damit sinken die bereits tiefen Betriebskosten weiter. Das gefestigte Unternehmen mit visionären Founders aus München produziert ab 2022 serienmässig in Schweden mit 100% erneuerbarer Energie. Für 25.500 € bereits jetzt zu reservieren.

Sharing

22. Mai 2020Zukunft

Wie gehts weiter unter Berücksichtigung erster Pandemie-Erkenntnisse? Wird das Eigentum wieder wichtiger oder teilen wir Ressourcen nun erst recht? Wir werden es sehen. Jedenfalls erfasst die Sharing Economy immer mehr Bereiche, wie nachfolgendes Beispiel zeigt. Dies vor allem, weil die Digitalisierung Hürden laufend abbaut. Offen bleibt, ob alle Sharing-Dienstleistung nachhaltig sind. In unserem Beispiel „ja“, wenn ein eigener Einzelflug einspart wird. „Nein“, wenn dadurch mehr geflogen wird, statt beispielsweise mit der Bahn zu fahren. Das Beispiel zeigt gut, dass Sharing für sich alleine nicht die Lösung sein kann. Rahmenbedingungen, Förderung und Anreizsysteme bleiben unerlässlich, um das Verkehrssystem zu erreichen, welches wir uns wünschen.

Übrigens: Der Trafikguide listet 6 Flugzeugsharing-Dienstleistungen. Es gibt also gar Auswahl, will man den Flug oder das Flugzeug teilen.

New Work

15. Mai 2020Job

„Wer Kopfarbeit macht, arbeitet schon seit vielen Jahren in der Cloud“, schreibt GDI-Forscher Stefan Breit. „Anwesenheit ist, technisch betrachtet, schon längst nicht mehr erforderlich. Wir pendeln und arbeiten oftmals nur noch im Büro wegen den KollegInnen, wegen dem Tapetenwechsel zum eigenen Zuhause, wegen der Kaffeemaschine, aber vor allem auch, weil wir uns daran gewöhnt haben – aus purer Nostalgie. Das klassische Büro ist obsolet, wenn man mit einem Computer und Internetanschluss überall arbeiten kann. Es ist ein Skeuomorphismus, ein mittlerweile funktionsloses Ornament, das sich am Design vergangener Tage anlehnt.“ Schöner Nebeneffekt: Verkehrssysteme werden zu Hauptverkehrszeiten ohne Milliardeninvestitionen entlastet, Platz auf Strassen und in Zügen wird geschaffen. Vor Corona wurde mit bescheidendem Erfolg versucht, Verkehrsspitzen zu brechen oder Home Office zu fördern. Auf einen Schlag ist Vieles möglich. Warum behalten wir nun nicht bei, ein Viertel der Arbeit zuhause zu erledigen? Es geht!

Automobil

8. Mai 2020Kommunikation/Technik/Wirtschaft

Gewisse sehen das Auto als einen der Gewinner der Coronakrise. So hat man doch im eigenen Gefährt am wenigsten Kontakt mit Mitmenschen. Die Autoindustrie bewirbt so auch die Kunden bereits aktiv, beispielsweise mit dem Slogan «Mit Abstand zusammenhalten». Da kommen viele Positivbotschaften und gar ein sympathischer Bastelbogen für Kids. Vom öV hörte man derweil, dass man sich in der Branche doch noch zu einer moderaten Entschädigung gewisser Abos durch gerungen hat, weil das Angebot nach unten angepasst wurde. Zudem gibts neue Empfehlungen zum Maskentragen zu Hauptverkehrszeiten, was die Attraktivität des öV nicht erhöht. Dabei ist das Auto keineswegs das künftige Heilmittel, wie schon die nun vermehrt laufenden MySchool-Sendungen sehr sachlich aufzeigt. In einer lebenswerten verdichteten Siedlung müssen Ressourcen geteilt, der Verkehr dosiert werden, damit das System funktioniert. Neuste Studien zeigen überdies, dass mehr als 50 Prozent der 6000 Befragte die Autokosten im Durchschnitt zu tief einschätzen. Beim Puzzleteil „Benzin“ ist die Schätzung noch gut, bei der Abschreibung beispielsweise um ein Vielfaches daneben. Die falsche Wahrnehmung dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, warum die Autonutzung in Europa weiter ansteigt und die Verkehrswende bislang nicht gelingt. «Wären Autofahrer über die echten Kosten des Autofahrens informiert, könnte das den Autobesitz um bis zu 37 Prozent reduzieren», schließen die Forscher. Im Gegenzug: Informationen über die tatsächlichen Kosten des Autobesitzes erhöhen die Zahlungsbereitschaft für den öffentlichen Verkehr um 22 Prozent. Daran müsste man wohl auf dem Weg zurück zum Normalzustand nun verstärkt arbeiten. Im Spiegel wurden auch zahlreiche Ideen publiziert, wie der Wirtschaft auf die Beine geholfen werden könnte.

Lieferketten

1. Mai 2020Wirtschaft

Spannendes Interview über globale Lieferketten: So kann man in der Tat zurzeit selber beobachten und lernen, was in einer grösseren Krise noch funktioniert, was bricht. Es gilt nun, in der eigenen Branche Probleme zu erkennen. Diese müssen nun optimiert werden, um sich bereits für die nächste Krise zu wappnen. Zuerst gilt es aber, die aktuelle Herausforderung zu überstehen. In der Logistik soll gemäss Darya van de Sandt Nassehi der Bullwhip-Effekt beachtet werden: Gehts aufwärts, liefert jedes Glied der Kette aus seinem Lager, füllt dieses durch die Produktion rasch wieder auf. Über viele Nachfragestufen hinweg kanns Schwankungen geben, die sich meist aus purem Optimismus zum Ursprung hin stetig vergrössern. Die Planungsunsicherheit ist zurzeit nämlich gross: In welchen Bereichen geht es genauso schnell wieder los, wie es aufhörte. Wo erholt sich der Markt langsamer und wo ändert sich die Nachfrage nachhaltig. Nicht ideal ist, wer länger im „Feuerwehrstatus“ der Krisenbewältigung bleibt. Mit dem Ramp-up-Management muss sich eine Stelle bereits jetzt mit der Rückkehr beschäftigen: Was sind Schlüsselprodukte nach der Krise, was braucht es zuerst, was kann später folgen. Spannend, diese Welt der Logistik.

Trafiko